Ich habe lange Zeit funktioniert, statt zu gestalten, auch beim Thema Geld. Und ganz ehrlich: Über Geld zu sprechen, hat sich für mich oft unangenehm angefühlt.
Heute weiß ich:
Geld verstehen als Frau ab 40 ist kein Luxus, sondern eine Form von Selbstschutz und Selbstfürsorge. Besonders, wenn du Mutter bist, Verantwortung trägst, vielleicht eine Trennung hinter dir hast oder gerade beruflich neu startest.
Dieser Artikel ist kein theoretischer Finanzratgeber. Er ist ein Erfahrungsbericht. Ich zeige dir, was mich geprägt hat, was ich über Geld neu lernen musste und wie du deine finanzielle Selbstbestimmung Schritt für Schritt stärken kannst.
Warum Geld verstehen als Frau ab 40 so wichtig ist
Viele von uns sind mit dem Glaubenssatz groß geworden, dass sich schon „irgendwie alles ausgeht“. Die Rente wird es schon richten, der Partner hat hoffentlich den Überblick, die Bankberaterin wird schon wissen, was passt.
Die Realität fühlt sich für viele Frauen über 40 anders an:
- Trennung oder Scheidung
- Teilzeitfalle durch Kinder
- Lücken in der Altersvorsorge
- Unsicherheit bei Themen wie Investieren oder Rücklagen
Ich kenne das alles aus nächster Nähe. Nach meiner Trennung stand ich vor einer unangenehmen Wahrheit:
Ich hatte zwar gearbeitet, geleistet, mich gekümmert, aber ich hatte meine Finanzen nie wirklich als „mein Projekt“ gesehen.
Geld verstehen als Frau ab 40 bedeutet für mich heute vor allem eins:
Ich treffe bewusste Entscheidungen, statt zu hoffen, dass schon alles gut gehen wird.
Geld verstehen beginnt in der Kindheit: Was ich von meinen Eltern über Geld gelernt habe
Unsere ersten Glaubenssätze zu Geld entstehen nicht mit dem ersten Gehalt, sondern in der Kindheit. Bei mir waren es klare, unausgesprochene Regeln, die mich bis weit ins Erwachsenenleben begleitet haben.
Harte Arbeit und wenig Geld – mein erstes Geldbild
Meine Eltern sind Ende der 60er Jahre als Gastarbeiter aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen. Sie sind auf Bauernhöfen, mit vielen Geschwistern, mit wenig Geld aufgewachsen. Ihre Lebensrealität: 42 Stunden pro Woche waren normal, Löhne niedrig, Absicherung begrenzt.
Die Botschaft, die ich verinnerlicht habe:
Wenn du Geld willst, musst du hart arbeiten, viel arbeiten, dich anpassen.
Freizeit, Pausen, Leichtigkeit hatte in diesem Bild wenig Platz.
Sparen ist sicher – investieren ist gefährlich
Meine Mutter war extrem sparsam. Ihr Ziel war Sicherheit für die Familie. Gespart wurde klassisch auf dem Bankkonto. Damals mit Zinsen, die den Namen noch verdient haben.
Investieren in Aktien oder andere Anlagen war für sie etwas, das „die Reichen“ machen, oder etwas, bei dem man schnell alles verlieren kann.
Ich habe dadurch gelernt:
- Sparen ist brav und richtig
- Risiko ist gefährlich
- Geld sollte man eher festhalten als gestalten
Heute weiß ich, dass dieses Sicherheitsdenken verständlich ist, aber in der heutigen Finanzwelt nicht mehr ausreicht.
Geld gibt es nur, wenn du etwas dafür tust
Wir hatten kein regelmäßiges Taschengeld. Meine Eltern haben ein Restaurant eröffnet, mein Vater hat weiter im Schichtdienst gearbeitet. Wir Kinder mussten mithelfen, im Laden, in der Küche, überall, wo Hände gebraucht wurden.
Wenn wir etwas wollten, gab es manchmal Geld oder Unterstützung. Aber nie selbstverständlich.
So habe ich gelernt:
Geld hat einen Preis. Und der Preis ist Leistung, Anpassung, Durchhalten.
Selbstständigkeit als ständige Belastung
Mit der Selbstständigkeit meiner Mutter kam ein neues Bild dazu:
Selbstständig sein hieß „selbst und ständig“. Montag Ruhetag, ansonsten volle Präsenz.
Für mich als Teenager war klar: So möchte ich nicht arbeiten. Selbstständigkeit fühlte sich nach Dauerstress, Verantwortung und kaum Freiheit an.
Ironischerweise habe ich viele Jahre später nebenberuflich gestartet und bin heute selbstständige Unternehmerin. Der entscheidende Unterschied:
Ich habe gelernt, mir Strukturen zu bauen, die sich leichter anfühlen und mir Freiraum geben.
Gesellschaftliche Glaubenssätze: Was Frauen über Geld oft hören
Neben der Familie prägt uns auch die Gesellschaft. Vielleicht kennst du diese Sätze:
- „Geld verdirbt den Charakter.“
- „Reiche Menschen sind egoistisch.“
- „Über Geld spricht man nicht.“
- „Frauen sind nicht gut in Finanzen.“
- „Investieren ist kompliziert.“
Diese Sätze sind wie kleine, unsichtbare Bremsklötze in unserem Kopf. Sie halten uns davon ab, uns aktiv mit Geld zu beschäftigen, Fragen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen.
Als Frau ab 40 stehen wir oft an einem Punkt, an dem wir vieles im Leben neu sortieren. Genau hier ist der perfekte Zeitpunkt, um auch diese Glaubenssätze zu überprüfen.
Finanzielle Selbstbestimmung für Frauen über 40
Finanzielle Selbstbestimmung klingt erst einmal groß. In der Praxis beginnt sie mit kleinen Dingen:
- Du weißt, wie viel jeden Monat reinkommt und rausgeht.
- Du kennst deine Versicherungen, Verträge, Rücklagen.
- Du weißt in Grundzügen, wie das Rentensystem funktioniert und was es für dich bedeutet.
- Du triffst bewusste Entscheidungen, statt alles zu delegieren.
Für mich war ein Wendepunkt, als ich verstanden habe:
Niemand wird meine finanzielle Situation so ernst nehmen wie ich selbst.
Auch nicht der Bankberater, auch nicht der Partner, auch nicht der Staat.
Money Mindset: Glaubenssätze zu Geld als Frau ab 40 verändern
Bevor wir über ETFs, Kurse oder Kontomodelle sprechen, lohnt sich ein Blick nach innen.
Stell dir ehrlich die Frage:
Welche Sätze zu Geld sagst du ganz automatisch in deinem Kopf oder laut vor anderen?
Vielleicht sowas wie:
- „Ich bin einfach schlecht mit Geld.“
- „Das kann ich mir sowieso nicht leisten.“
- „Für sowas bin ich zu alt.“
- „Ich verstehe Finanzen nicht.“
Diese Sätze sind kein „Fakt“, sie sind Gewohnheit. Und Gewohnheiten lassen sich ändern.
Neue Sätze, die dir dienen, könnten sein:
- „Ich darf Geld verstehen, egal wie alt ich bin.“
- „Ich kann lernen, mit Geld sicher umzugehen.“
- „Ich darf Entscheidungen treffen, die mich finanziell stärken.“
- „Ich baue Schritt für Schritt ein entspanntes Verhältnis zu Geld auf.“
Das klingt banal, aber es verändert, wie du Entscheidungen triffst und welche Angebote du überhaupt an dich heranlässt.

Geldwissen aufbauen: Bücher und Kurse, die mir geholfen haben
Ich bin ein großer Fan davon, nicht alles alleine herauszufinden. Es gibt Menschen, die sich seit Jahren intensiv mit Finanzen beschäftigen. Warum nicht von ihnen lernen und Abkürzungen nutzen.
Bücher für Frauen, die ihre Finanzen verstehen wollen
Diese Bücher haben mir geholfen oder ich empfehle sie Frauen, die starten wollen:
- FINANZEN SIND WEIBLICH* von Karolina Decker, Rica Klitzke und Leitha Matz
Super für Einsteigerinnen, alltagsnah, ohne Fachchinesisch. - RICH DAD POOR DAD* von Robert Kiyosaki
Ein Klassiker, wenn es darum geht, das eigene Denken rund um Geld zu hinterfragen. - Der Weg zur finanziellen Freiheit* von Bodo Schäfer
Strategischer Blick auf Geld und Vermögensaufbau. - DER BÖRSE EINEN SCHRITT VORAUS* von Peter Lynch
Börsenthemen, verständlich erklärt, ohne dich zu erschlagen. - DIE GRÖSSTE REVOLUTION ALLER ZEITEN* von Marc Friedrich
Gut, um wirtschaftliche Zusammenhänge besser einordnen zu können.
Online Kurse, die dir beim Geld verstehen helfen können
Aus eigener Erfahrung oder nach intensiver Recherche empfehle ich dir diese Angebote:
- GELD MASTER KURS* von Maxim Mankevich
Fokus auf Money Mindset, Glaubenssätze, Sparstrategien, Grundlagen zu Investitionen und passivem Einkommen. - Grundlagen Paket von Florian Wagner EBOOK + Finanzexcel: Deine Finanzen in 7 Tagen*
E Book und Finanz Excel, mit dem du deine Finanzen in 7 Tagen sortierst, plus Community zum Austausch. - CCC-KURS* von Thorsten Wittmann
Schwerpunkt auf Edelmetalle, Immobilien, Rohstoffe und Enteignungsschutz, plus VIP Club.
Wichtig: Das alles ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Es sind Werkzeuge, damit du dein Wissen aufbaust und selbstbewusstere Entscheidungen treffen kannst.
Investieren lernen ohne Vorkenntnisse
Lange war für mich klar: Investieren ist etwas für Leute, die in Anzügen durch Glasbüros laufen. Heute sehe ich das anders.
Wenn du als Frau ab 40 deine Finanzen in die Hand nimmst, gehört das Thema „Investieren“ irgendwann dazu. Nicht als Pflicht, sondern als Option.
Ein paar Grundgedanken, die mir geholfen haben:
- Ein klassisches Sparkonto schützt dich nicht vor Inflation.
- Du musst nicht mit großen Summen starten.
- Ein einfacher ETF Sparplan kann ein Einstieg sein.
- Du musst nicht alles verstehen, bevor du den ersten Schritt gehst, aber du solltest wissen, was du tust.
Und ganz wichtig:
Lass dich nicht von Versprechen zu „schnellem Geld“ oder „garantierten hohen Renditen ohne Risiko“ locken. Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch.
Finanzen organisieren im Alltag: einfache Tools für mehr Klarheit
Bevor es um große Strategien geht, kommt ein sehr bodenständiger Schritt: Überblick.
Was mir geholfen hat:
Haushaltsbuch und Budgetplanung
Ich nutze heute ein einfaches, aber klares System:
- Einnahmen pro Monat
- Fixkosten (Miete, Versicherungen, Verträge)
- variable Ausgaben (Essen, Freizeit, Schule, Hund, Reisen)
- Sparen und Investitionen
Du kannst dafür eine Excel Tabelle nutzen oder ein digitales Haushaltsbuch. Wichtig ist, dass du damit arbeiten magst und dranbleibst.
Hol dir mein kostenloses Haushaltsbuch
Ein einfaches Excel Haushaltsbuch, mit dem du deine Einnahmen und Ausgaben sortieren kannst. Perfekt als Start in mehr Klarheit.
Fazit: Geld verstehen als Frau ab 40 ist ein liebevoller Akt dir selbst gegenüber
Geld ist weder gut noch schlecht. Es ist ein Werkzeug, ein Tauschmittel, ein Spiegel deiner Entscheidungen.
Wenn du als Frau deine Finanzen in die Hand nimmst, tust du etwas sehr Erwachsenes und gleichzeitig sehr Fürsorgliches für dich selbst.
Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht alles sofort wissen. Aber du darfst anfangen:
- deine Zahlen kennen
- deine Glaubenssätze hinterfragen
- Wissen aufbauen
- Entscheidungen treffen, die dich stärken
Freiheit ist eine Entscheidung. Und finanzielle Selbstbestimmung ist ein Teil davon.
